Vereinsgeschichte

Vor langer Zeit Mitte des 16. Jahrhunderts, als das Ermstal nahe Bempflingen noch von einem düsteren Schleier umhüllt war, lebte der Hogascheisser in den Schatten der Wälder. Doch er teilte sein Reich nicht allein mit den Menschen, sondern auch mit den
Steidagoischd´rn, den Seelen der im Steidenbach verstorbenen Fischern, die keine Ruhe fanden. Diese geisterhaften Wesen trieben ihr Unwesen in den Wäldern und am Ufer des Baches, plagten die Bewohner und brachten sogar den mächtigen Hogascheiss´r
bei seinen Zeremonien aus der Fassung. Um sich die grausamen Gestalten vom Leib zu halten und seine Rituale in Ruhe durchführen zu können, ging der Hogascheiss´r einen Pakt mit den Steidagoischd´rn ein. Von nun an sollte er ihnen alle 10 Jahre eine Menschengestalt opfern dafür ließen sie ihn bei seinen grausamen Ritualen in Ruhe.

Für gewöhnlich entführte der Hogascheiss´r alte und kranke Dorfbewohner, um kein Aufsehen in den umliegenden Ortschaften zu erregen. Im Jahre 1660 war es wieder so weit, die Frist von 10 Jahren war abgelaufen und die Steidagoischd´r forderten nach einer Seele, welche sie in ihren Reihen aufnehmen wollten. So machte sich der Hogascheiss´r auf die Suche nach einer alten und kranken Seele aus Bempflingen, doch die Pest kam ihm zuvor. Der schwarze Tod hatte alle Alten und Kranken in den umliegenden Orten dahingerafft. Er musste sich ein anderes Opfer suchen. Die Suche war nicht langwierig, die junge Witwe Anna Eberle aus Bempflingen schien für ihn das perfekte Opfer zu sein. Sie war unbeliebt in ihrem Dorf und ihre ganze Familie war eben erst dem schwarzen Tod erlegen.
Als der Hogascheiss´r sie holen wollte, stellte er jedoch fest, dass die junge Frau
eben erst Mutter geworden war.
Er sah, wie die bettelarme Witwe Anna, dass frisch geborene Kind nur mühsam ernähren konnte. Anna musste selbst hungern, damit ihr Kind nicht umkam. Zunehmend wurde ihr das eigene Kind zur Last. Daraufhin beschloss der Hogascheiss´r, Anna einen Packt vorzuschlagen. „Du wirst den Steidagoischd´rn nicht geopfert, wenn du dich bereit erklärst, alle 10 Jahre mit mir zu den Goischd´rn zu gehen und 1 Monat bei ihnen lebst. Sie werden dir in dieser Zeit, 7 verschiedene Aufgaben stellen, die du erfüllen MUSST!
Nur so wirst du verschont.“
 

Anna Eberle ging den Pakt ein, sie begleitete ihn, an den Rand der Wälder um Bempflingen, dorthin wo der Steidenbach entlangführte. Die vom Hogascheiss´r herbeigerufenen Steidagoischd´r warteten bereits am Ufer auf ihr Opfer. Der Hogascheiss´r erklärte ihnen den Pakt zwischen ihm und Anna Eberle, er konnte sie dadurch etwas besänftigen.
 An dem Tag, als Annas Kind 10 Jahre alt wurde, ging sie für 1 Monat fort in den Wald nahe dem Bach. Von den anstrengenden Aufgaben wurde ihr Körper deutlich gezeichnet, sie trug zahlreiche Narben und Furchen im Gesicht davon. Abgemagert und geschunden kehrte sie nach diesem langen Monat wieder in ihr Dorf und zu ihrem Kind zurück. Sie lebte von nun an mit der Gewissheit, dass die nächsten 10 Jahre schnell vorbei gehen werden… 

Wenn man genau hinhört, kann man auch heute noch in der Nähe des Steidenbachs die Goischd´r lachen hören.

Wer die Geschichte live erleben möchte, darf gerne zum Häsabstauben am 06.01. kommen... ;-)